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Erkrankungen der Nebenniere

Die Klinik für Endokrinologie und Stoffwechselmedizin (Diabetes und Ernährungsmedizin) der Charité – Universitätsmedizin Berlin bietet Ihnen hier Informationen zu den Nebennieren und deren Erkrankungen an.

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Was ist die Niebenniere? Was sind die Nebennieren?

Die Nebennieren sind zwei lebenswichtige hormonproduzierende Organe, die haubenartig in Kleinfingergröße auf den oberen Polen der Niere sitzen. Sie bestehen aus der Nebennierenrinde und aus dem Nebennierenmark.

Nebennierenrinde

Die menschliche Nebennierenrinde ist in drei Zonen unterteilt:

  • Die Zona glomerulosa bildet das Mineralokortikoid-Hormon Aldosteron, das die Natrium- und Wasserresorption in der Niere reguliert und zur Aufrechterhaltung eines nomalen Blutdrucks wichtig ist.
  • Die Zona fasciculata bildet das Glukokortikoid-Hormon Kortisol, das essenziell für Leistungsfähigkeit und Energiebereitstellung in Stresssituationen ist (Umwandlung von Eiweiß in Zucker).
  • Die Zona reticularis bildet einen Vorläufer der Sexualhormone, das Dehydroepiandrosteron (DHEA), dessen Funktion noch nicht genau bekannt ist. Es scheint aber eine Bedeutung für das körperlich-seelische Wohlbefinden und für die weibliche Sexualität zu haben.

Nebennierenmark

Im menschlichen Nebennierenmark werden die Hormone Adrenalin und Noradrenalin gebildet. Diese beeinflussen Blutdruck. Pulsfrequenz und Blutzuckergehalt.

Adrenalin und Noradrenalin werden in Stresssituationen vermehrt gebildet und ins Blut ausgeschüttet. Das führt zu einem Anstieg von Puls und Blutdruck.

Was sind Erkrankungen der Nebenniere?

Durch verschiedene entzündliche, tumoröse oder genetische Erkrankungen kann es zu Veränderungen der Nebennierenfunktion, zum Teil mit Überproduktion von Nebennierenhormonen oder auch dem Ausfall dieser Hormone kommen.

Klassische Krankheitsbilder der Nebenniere mit Hormonüberproduktion sind

  • das adrenale Cushing-Syndrom,
  • der primäre Hyperaldosteronismus und
  • das Phäochromozytom.

Krankheiten mit Nebennieren-Unterfunktion sind

  • das vererbbare Adrenogenitale Syndrom (AGS) und
  • die primäre Nebennierenrinden-Insufizienz (Addison-Krankheit).

Zufällig entdeckte Nebennierentumore, sogenannte Inzidentalome der Nebenniere, haben meist keine Hormonüberproduktion, sollten jedoch durch Hormonspezialisten abgeklärt und kontrolliert werden.

Bösartige Tumore der Nebenniere sind insgesamt sehr selten: Die Klinik für Endokrinologie und Stoffwechselmedizin ist Schwerpunktzentrum für die Behandlung von Patienten und Patientinnen mit Nebennierenkarzinomen und mit bösartigen Phäochromozytomen.